Abbau


Abbau

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Ab|bau ['apbau̮], der; -[e]s:
1.
a) Zerlegung von Aufgebautem in seine Einzelteile:
der Abbau von Tribünen ist besonders schwierig.
Syn.: Abriss.
b) allmähliche Beseitigung:
Abbau von Privilegien.
Zus.: Subventionsabbau, Truppenabbau.
2. Verringerung des Bestandes oder der Personenzahl:
Abbau von Arbeitsplätzen, Lehrstellen, Personal.
Zus.: Arbeitsplatzabbau, Personalabbau.
3. Förderung oder Gewinnung von Erzen und Mineralien:
der Abbau der Steinkohle wird hier eingestellt.
4. Rückgang von Kräften:
biologisch bedingter Abbau von Knochenmasse.
Zus.: Leistungsabbau.

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Ạb|bau 〈m. 1; unz.〉
1. Verringerung, Verkleinerung, Beseitigung
2. 〈Bgb.〉 Gewinnung von Bodenschätzen
3. Entlassung von Arbeitnehmern, Verringerung des Personalbestandes
4. Herabsetzung von Preisen, Gehältern usw.
5. völlige Aufhebung von Einrichtungen
6. 〈Physiol.; Chem.〉 Zerlegung chem. Verbindungen in kleinere Moleküle
● \Abbau eines Gebäudes Abbruch; \Abbau einer Maschine Demontage; \Abbau der Waffen Abrüstung

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Ạb|bau; Syn: Degradation, Dekomposition: die – im Ggs. zur Zersetzunggezielte Zerlegung von chem. Verb. in ihre Bestandteile, z. B. durch Einwirkung von Säuren oder Basen (chemischer Abbau), Oxidationsmitteln (oxidativer Abbau), Wärme (thermischer Abbau), Licht oder andere elektromagnetische Strahlung (z. B. photochemischer Abbau), Organismen (biologischer Abbau, Biotransformation), insbes. durch Enzyme (enzymatischer Abbau) u. Mikroorganismen (mikrobieller Abbau), in spezif. Weise auch durch Mastikation oder Abtragung (mechanischer Abbau).

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Ạb|bau , der; -[e]s, -e u. -ten:
1. <o. Pl.> Zerlegung von Aufgebautem in seine Einzelteile; Abbruch:
der A. von Gerüsten, Baracken, Ständen.
2. <o. Pl.> Herabsetzung, Senkung:
ein A. von Privilegien, Rückständen, Vorurteilen;
dem sozialen A. (der Verschlechterung der Lebensbedingungen) entgegenwirken.
3. <o. Pl.> allmähliche Beseitigung, Auflösung:
der A. der Müllhalde.
4. <o. Pl.> Verringerung im Bestand, in der Zahl der Personen:
ein A. der Verwaltung, von Beamten, von Lehrstellen, Arbeitsplätzen, Planstellen.
5. <o. Pl.> (Chemie, Biol.) Zerlegung komplizierter Moleküle, Strukturen in einfachere:
A. von Traubenzucker, von Eiweiß, Stärke;
der A. des Alkohols im Blut.
6. (Bergbau)
a) <o. Pl.> Förderung, Gewinnung von Erzen u. Mineralien im Tief- od. Tagebau:
der A. von Kohle;
der A. (das Ausbeuten 1 a) der Flöze;
Kali in A. nehmen (abbauen);
b) <Pl. -e> Ort des bergmännischen Abbaus (6 a):
ältere -e.
7. <o. Pl.>
a) Rückgang (von Kulturpflanzen) im Ertrag u. in der Qualität, Schwund:
die Weizensorte unterliegt dem A.;
b) Schwund, Rückgang von Kräften:
ein biologischer A.;
der körperliche A. im Alter.
8. <Pl. -ten> (landsch., bes. nordostd.) abseits der übrigen Gebäude liegendes Anwesen, Einzelgehöft, das zu einer größeren Siedlung gehört.

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Abbau
 
[aus spätmittelhochdeutsch abebu »Verfall«],
 
 1) Bergbau: im engeren Sinn das Herauslösen eines Erzes oder Minerals aus dem vor Ort befindlicher Gesteinsverband; im weiteren Sinn alle Tätigkeiten, die der Gewinnung und Förderung nutzbarer Erze, Minerale oder Gesteine dienen; auch der Grubenraum, in dem Abbau stattfindet. Als Abbauverfahren bezeichnet man die Art und Weise, wie ein vorgerichteter Lagerstättenabschnitt abgebaut wird. Dabei wird unterschieden nach Bauweise (langfrontartig, stoßartig, pfeilerartig, kammerartig, blockartig) und Dachbehandlung (zu Bruch werfen, auf Bergeversatz absenken, durch Lagerstättenfesten abstützen), nach Verhiebart (mit Einbrüchen, sägeblattartig, firstenartig, knappartig u. a.) und Verhiebrichtung (streichend, fallend, schwebend), nach Abbauführung und Abbaurichtung. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach der Ausbildung der Lagerstätte und nach den vorgegebenen Möglichkeiten zur Ausstattung mit Betriebsmitteln und zur Betriebsorganisation. (Bergbau, Grubenausbau)
 
 2) Biologie: die innerhalb oder außerhalb der Zelle stattfindende stufenweise Zerlegung von Makromolekülen und organischen Substanzen in kleinere Baueinheiten (z. B. Kohlenhydrate zu Einfachzuckern) bis hin zu anorganischen Stoffen wie Kohlendioxid und Wasser (Mineralisation) unter der Mithilfe von Enzymen (Stoffwechsel). Der biologische Abbau durch Mikroorganismen oder ihre enzymatische Stoffwechselprodukte ist u. a. wichtig bei Fäulnis- und Verwesungsprozessen, aber auch bei der Celluloseverdauung im Darm der Wiederkäuer. Über den Abbau von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten im menschlichen und tierischen Körper Verdauung und Stoffwechsel, über den von Holz Rotfäule, Weißfäule.
 
 3) Chemie: Abbaureaktionen.
 
 4) Landwirtschaft: Ausbau, in der Flurgeschichte Maßnahme der Flurbereinigung; der Hof wird nach Zusammenlegung der Grundstücke eines Landwirts (Verkoppelung) aus dem Dorf auf das zur Gemeinde gehörende Ackerland (Feldmark) verlegt (»Aussiedlung«), um eine bessere Bewirtschaftung des Nutzlandes zu ermöglichen. Vom Hochstift Kempten (16. Jahrhundert) breitete sich der Abbau auf das Allgäu und Oberschwaben aus, in den Norden und Osten Deutschlands drang er im 18. Jahrhundert vor. Die preußische Gemeinheits-Teilungsordnung vom 7. 6. 1821 ließ unter bestimmten Bedingungen Abbau als Zwangsmaßnahme zu; davon wurde v. a. in Posen und Westpreußen Gebrauch gemacht.
 
 
F. Lütge: Geschichte der dt. Agrarverfassung vom frühen MA. bis zum 19. Jh. (21966).
 
 5) Pflanzenbau: Leistungsverfall einer Zuchtsorte infolge Verwendung von Saatgut, das keiner züchterischer Bearbeitung unterliegt, bei Kartoffeln durch Virusbefall.

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Ạb|bau, der; -[e]s, -e u. -ten: 1. <o. Pl.> Zerlegung von Aufgebautem in seine Einzelteile; Abbruch: der A. von Gerüsten, Baracken, Ständen. 2. <o. Pl.> Herabsetzung, Senkung: ein A. von Privilegien, Rückständen, Vorurteilen; dem sozialen A. (der Verschlechterung der Lebensbedingungen) entgegenwirken. 3. <o. Pl.> allmähliche Beseitigung, Auflösung: das skandinavische Tief ist im A. befindlich; der A. der Müllhalde. 4. <o. Pl.> Verringerung im Bestand, in der Personenzahl: ein A. der Verwaltung, von Beamten, von Lehrstellen, Arbeitsplätzen, Planstellen. 5. <o. Pl.> (Chemie, Biol.) Zerlegung komplizierter Moleküle, Strukturen in einfachere: A. von Traubenzucker, von Eiweiß, Stärke; der A. des Alkohols im Blut. 6. (Bergbau) a) <o. Pl.> Förderung, Gewinnung von Erzen u. Mineralien im Tief- od. Tagebau: Kohle ..., deren regelmäßiger A. im 12. Jahrhundert in England begann (Gruhl, Planet 50); Kali in A. nehmen (abbauen); b) <Pl. Abbaue> Ort des bergmännischen Abbaus (6 a): ältere -e; ein ... A., wo die Kohle ... ohne Rutsche herausgeholt wurde (Marchwitza, Kumiaks 133). 7. <o. Pl.> a) Rückgang (von Kulturpflanzen) im Ertrag u. in der Qualität, Schwund: die Weizensorte unterliegt dem A.; b) Schwund, Rückgang von Kräften: ein biologischer A.; das Vorurteil ... Altern bedeute körperlichen A., geistiges Defizit (Zivildienst 2, 1986, 1). 8. <Pl. Abbauten> (landsch., bes. nordostd.) abseits liegendes Anwesen, Einzelgehöft, das zu einer größeren Siedlung gehört. 9. <o. Pl.> (Kunstkraftsport) das Auflösen einer Figur nach vollendeter Übung.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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